Geschichte

Die Geschichte der Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz-Helbersdorf eG

Wir sind eine Wohnungsbaugenossenschaft mit einer langen Tradition.
Auch heute, nach 60 Jahren, steht die WCH für bezahlbare Mieten und dauerhaftes Nutzungsrecht. Historisch bedingt wurde mit der Regierungsverordnung vom 10. Dezember 1953 die Grundlage geschaffen, dass Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften (AWG) gegründet werden konnten, um die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum zu verbessern.

1954

Gründung der Genossenschaft
Als sich am 30.11.1954 15 Mitarbeiter der damaligen Baumwollspinnerei der Stadt Karl-Marx-Stadt mit dem Ziel, Wohnungen zu schaffen, zusammenschlossen, war die Geburtsstunde unserer Genossenschaft gekommen.  
Unter dem Namen Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft „Fortschritt“ ging es mit Hacke und Schaufel zum Bau „Ihrer“ Wohnungen.

1957

Im Januar 1957 konnte der erste Neubaublock bezogen werden. Damit erfüllte sich für die ersten 12 Genossenschafter der Wunsch nach einem schönen Zuhause.

1969

Da an allen Ecken und Enden der Stadt Genossenschaftshäuser entstanden, führte dieser „Bauboom“ aber auch zunehmend zu enormen Problemen bei der Werterhaltung. Um den gewachsenen Anforderungen an die Verwaltung und Erhaltung des genossenschaftlichen Eigentums besser gerecht zu werden, vereinigten sich am 01.01.1969 die AWG „Handel“, die AWG „Wilhelm Friedel“ und die AWG „Frieden“ mit der AWG „Fortschritt“. Der bewirtschaftete Wohnungsbestand wuchs kurz nach dem Zusammenschluss schon auf insgesamt 1422 Wohnungen an.

1972 - 1984

Etappen der "Territorialen Bereinigungen"  
Bis 1975 verwaltete die AWG „Fortschritt“ 1802 Wohnungen in nahezu allen Teilen der Stadt.  Der beginnende Wohnungsbau im größten Wohnungsbaugebiet des damaligen Bezirkes Karl-Marx-Stadt, dem Fritz-Heckert-Gebiet, läutete ab dem Jahr 1975 auch eine neue Entwicklungsetappe in der Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft „Fortschritt“ ein. In den Folgejahren wuchs dadurch und durch den im Jahr 1978 erfolgten Anschluss der AWG „DSF“ der Wohnungsbestand weiter an.  Neben dem entstehenden Wohngebiet „Fritz-Heckert“ gab es in den 70-iger Jahren für das genossenschaftliche Wohnen und damit für das Genossenschaftswesen in Karl-Marx-Stadt einen weiteren historischen Beschluss. Danach erfolgte Ende der 70-iger Jahre eine komplette territorial bezogene Neuzuordnung der Genossenschaftswohnungen auf die bestehenden Wohnungsgenossenschaften. Im Ergebnis dieser territorialen Neu- bzw. Umordnung der Wohnungsbestände etablierte sich die AWG „Fortschritt“ entlang der Stollberger Straße. Der Wohnungsbestand wuchs auf über 8000 Wohnungen an.  
Die Wohnungen der Genossenschaft und damit ihr Betätigungsfeld befinden sich seitdem im Südwesten der Stadt Chemnitz, umgrenzt von den Ortsteilen Schönau, Stelzendorf, Altchemnitz sowie durch den Kapellenberg und die Gemeinde Neukirchen.

1990

Neuorientierung nach der Wende  
Mit der Wiedervereinigung waren für unsere AWG „Fortschritt“, genau wie für alle anderen Wohnungsbaugenossenschaften in der ehemaligen DDR auch, tiefgreifende Folgen und Veränderungen verbunden.  
Nachdem klar war, dass alle Genossenschaften die Rechtsform der Genossenschaft zuerkannt bekamen, galt es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Das hieß, auch die AWG „Fortschritt“ hatte die Aufgabe, ihre Satzung auf der Basis des Genossenschaftsgesetzes neu zu fassen und zu verabschieden.  
1990 erfolgte die Umbenennung der AWG „Fortschritt“ in die Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz-Helbersdorf eG. Die Eintragung in das Genossenschaftsregister wurde beantragt. In historisch kurzer Zeit musste es gelingen, alle juristischen, finanziellen und organisatorisch-strukturellen Schwierigkeiten zu meistern und die Vorteile genossenschaftlichen Wohnens wieder zum Tragen zu bringen.

Die 90er Jahre

Die 90-iger Jahre waren geprägt von dem unbedingten Willen, den aufgelaufenen Instandhaltungsrückstau mit Hilfe der von Bund, dem Freistaat Sachsen und der Stadt Chemnitz zur Verfügung gestellten Förderung sowohl rasch als auch bedarfsgerecht zu überwinden. Um den ruhenden Verkehr in den Wohngebieten zu bewältigen, wurden Parkhäuser und Stellplätze errichtet und das Wohnumfeld mit Spiel- und Ruhezonen durchzogen. Zahlreiche Objekte haben ihr äußeres Erscheinungsbild verändert, Personenaufzüge wurden angebaut sowie umfassende Sanierungen durchgeführt.

Jahrtausendwende - heute

Seit Ende der 90-iger Jahre und seit Beginn des neuen Jahrtausends steht die Wohnungswirtschaft vor einer völlig neuen Herausforderung, ein Überangebot an Wohnungen bei sinkender Nachfrage wirtschaftlich und städtebaulich sinnvoll zu managen. Diese neue Herausforderung, der strukturelle Leerstand, hält auch für unsere Genossenschaft erhebliche wirtschaftliche Risiken bereit, denen sie sich stellt.  Diese wirtschaftlich schwierige Situation begreifen wir auch als eine Chance, im Rahmen des Stadtumbaus in Chemnitz unsere Wohngebiete umzubauen und damit zukunftsfähig und attraktiver zu gestalten.